Pfotenmania

Mona

Mona war meine erste eigene Hündin. Ich wollte ihr hier wenigstens eine Seite widmen, denn ich habe es nie geschafft, ihr eine eigene Homepage zu schreiben.

Mona kam im Alter von 7 Jahren zu mir.

 

Sie war schon durch mehrere Hände gereicht worden, was ich mich eigentlich gewundert hat. Denn sie war eine sehr liebe, anhängliche und top erzogene Hündin. Sie lief im dicksten Verkehr ohne Leine, blieb immer bei mir.

Sie hatte allerdings ein Problem mit dem Alleine sein und ich musste immer einen Hundesitter für sie haben, wenn ich mal weg musste – ob das der Grund für ihre häufigen Abgaben war? Ich liebte sie über alles und ich tat alles für sie. Aber ich machte auch eine Menge falsch. Ging ich doch immer davon aus, dass ich Ahnung von Hunden habe. Damals hatte ich noch kein Internet und Bücher hatte ich auch nie gelesen. Ich konnte gut mit Hunden umgehen und sah dies als Hundesachverstand an. Erst durch Sina lernte ich wirklich viel über Hunde und ich entschuldige mich oft in Gedanken bei Mona für mein Fehlverhalten in unserer gemeinsamen Zeit. Heute weiß ich noch mehr zu schätzen, wie sie war. Als Mona zu mir kam, war sie sehr ängstlich, sie ist vermutlich auch mal in einer Stelle misshandelt worden. Trotz meiner Unkenntnis gelang es mir, dass ihre Ängstlichkeit sich besserte. Ich nahm sie überall hin mit, in Kneipen, zu Freunden, einfach überall. Wenn ich einkaufen ging, durfte ich sie, weil sie so lieb war, sogar mit in die Geschäfte nehmen, sogar in Supermärkte. Ich hätte sie niemals draußen angebunden. Sie blieb dann immer bei den Kassiererinnen sitzen, die total begeistert von ihr waren.

 

 

Mona bekam im Alter von 9 Jahren Probleme mit

der Leber. Ihre Leberwerte sackten immer mal wieder ab, Ultraschall blieb ohne Befund. Den Hintergrund hätte man nur aufgrund einer Biopsie erfahren können, davon rieten mir 3 Tierärzte ab. Mona ging es in dieser Zeit mal gut und mal schlecht.

Im Jahre 1998 ergab sich für uns die Möglichkeit mit Ende des Jahres in ein eigenes Haus zu ziehen. Das hatte ich mir immer für sie gewünscht, ein eigenes Haus mit Garten. Manchmal dachte ich sie wird den Umzug nicht schaffen, denn es ging ihr teilweise nicht sehr gut. Aber sie rappelte sich immer wieder. Pünktlich zum Jahresbeginn 1999 zogen wir dann um. Mona überstand den Umzug trotz ihres Alters ohne Probleme – im Gegenteil, irgendwie schien es, als gewinne sie dadurch noch mehr an Sicherheit. Noch dazu fanden wir eine supertolle Hundesitterin. Ich habe dafür einfach alle möglichen Leute auf der Straße angesprochen, ob sie da nicht jemanden wüssten. Und sie wussten.

Eine Tierschützerin mit 3 eigenen Hunden und vielen Urlaubshunden. Mona fühlte sich dort pudelwohl und ging sehr gerne dorthin. Damit war auch ihr Problem mit dem Alleine bleiben gelöst, Mona brauchte von da an nie wieder alleine zu Hause zu bleiben.

Wir hatten zu diesem Zeitpunkt einige Bekannte mit älteren Hunden. Das Jahr 1999 war ein bezeichnendes Jahr, denn viele dieser Hunde starben in diesem Jahr. Obwohl es Mona ab und zu nicht so gut ging, wünschte ich mir, dass sie das Jahr 2000 noch erlebt.

Den Sommer über ging es ihr sehr gut. Im Winter gingen wir zum Routinecheck, bei dem ich sicherheitshalber ihr Blut noch einmal testen ließ. Das Ergebnis schockierte mich, ihre Leberwerte waren katastrophal, ein nachfolgendes Ultraschall blieb ohne Befund.
In diesem Winter ließ ich sie Silvester bei meinen Eltern, wo sie sich auch sehr wohl fühlte. Sie hatte normalerweise immer Angst vor der Knallerei gehabt, aber bei meinen Eltern ließ sie das kalt.

Trotzdem war es ein komisches Gefühl.  Normal war ich immer bei ihr, nur diesmal nicht. Gleichzeitig spürte ich, dass sie mich im Jahre 2000 verlassen wird.

Im Winter gingen wir zum Routinecheck ging es ihr sehr gut. Im Winter gingen wir zum Routinecheck bei dem ich sicherheitshalber ihr Blut noch einmal testen ließ. Das Ergebnis schockierte mich, ihre Leberwerte waren katastrophal, ein nachfolgendes Ultraschall blieb ohne Befund.

In diesem Winter ließ ich sie Silvester bei meinen Eltern, wo sie sich auch sehr wohl fühlte. Sie hatte normalerweise immer Angst vor der Knallerei gehabt, aber bei meinen Eltern war das kein Problem.
Trotzdem war es ein komisches Gefühl.  Normal war ich immer bei ihr, nur diesmal nicht. Gleichzeitig spürte ich, dass sie mich im Jahre 2000 verlassen wird.

Im Januar machten wir noch einmal eine Leberaufbaukur, so dass die Leberwerte sich stabilisierten.  Trotzdem ging es ihr die nächsten Monate immer mal wieder gut oder schlecht.

Wenn es ihr schlecht ging, gab die TA ihr eine Spritze und es ging ihr wieder gut. Heute weiß ich, dass es Kortison war. Irgendwann erbrach sie auch Blut.  Also bekam sie Tabletten, die sie fast dauerhaft nehmen sollte. Man sagte mir aber nicht, was es für Tabletten waren. Als ich dann aber heraus fand, dass es Kortisontabletten waren, wechselte ich den Tierarzt.

An dem Tag als wir dort einen Termin hatte, hatte sie erstmalig Blut im Kot. Ich nahm sofort die Probe mitDer neue TA sah sich das an und vermutete Collitis, also chronische Darmentzündung. . Er empfahl eine Spiegelung, um es genau herauszufinden.

2 Tage vor der Spiegelung ging es Mona nochmal so richtig gut, so gut, dass wir einen sehr sehr langen Spaziergang machen konnten in ihrem Lieblingsrevier. Es war unser letzter langer Spaziergang in diesem Gebiet, wo wir nicht so oft liefen.

2 Tage später war die Spiegelung, die Narkose überstand sie gut. Aber wieder 2 Tage später baute sie ab, von Tag zu Tag ging es ihr schlechter. Wir konnten jedoch noch nichts tun, das Ergebnis der Probe der Spiegelung musste abgewartet werden, denn je nach Ergebnis hätte die Behandlung falsch sein können. Die Kortisontabletten mussten hatten wir ein paar Tage vor der Spiegelung auch absetzen müssen.

Donnerstags war das Ergebnis da: Collitis und Helicobacter. Aber es halft nichts, freitags brachte ich Mona zum Tierarzt, weil es ihr richtig schlecht ging. Es wurde nochmal ein Blutbild gemacht – ihre Leberwerte waren wieder im Keller, sie blieb die Nacht über dort am Tropf. Sie war recht aufgedunsen an dem Abend und mir war gar nicht wohl. Noch schlimmer fand ich es, dass sie dort bleiben musste. Sie, die so gut wie nie von mir getrennt war und so auf mich fixiert war, alleine die Nacht über in der Praxis.

Ich habe mir wegen der Spiegelung und der Narkose später oft  Vorwürfe gemacht. Ich hätte vor der Spiegelung darauf bestehen sollen, dass die Leberwerte nochmal überprüft werden. Aber der Tierarzt hätte auch darauf können. Ich konfrontierte ihn mal irgendwann später damit. Er war jedoch der Meinung, ich hätte es ihm sagen müssen, er habe ständig so viele Hunde in Behandlung, er könne sich nicht merken, was mit dem einzelen Hund ist. Eigentlich eine sehr traurige Aussage.

Samstag früh war alles unverändert, Samstag Abend rief mich der Tierarzt an, er hatte nun ein Ultraschall gemacht und geröngt: Ergebnis: Zwei Lebertumore, Lungenmetastasen, Wasser im Bauch. Prognose: höchstens noch zwei Wochen, aber das sei Tierquälerei, besser wäre es, ich würde die Entscheidung treffen.

Meine Freundin fuhr mich hin. Mona kam aus der Box, ich kniete mich vor sie. Sie legte den Kopf auf meine Schulter und jammerte leise. Da wusste ich, dass ich sie nochmal nach Hause holen muss. Der TA sagte, er könne am Sonntag zu uns kommen, um sie einzuschläfern. Sie bekam ein wenig Cortison gespritzt, damit es ihr nicht allzu schlecht ging. Zu Hause ging sie in ihre Lieblingsecke in die Diele. Ich verbrachte die Nacht neben ihr auf der Liege und nahm Abschied.

Sonntags morgens ging es ihr noch halbwegs gut, so dass ich in meiner Entscheidung schwankte. Gegen Mittag kam ich aus dem Obergeschoss die Treppe runter, immer noch mit mir ringend. Sie lag in ihrer Lieblingsecke im Fluar. Ich ging an ihr vorbei in die Küche, da schaute sie mich an. Ich schaute sie an und sagte ohne Nachzudenken: „Ja Mona, ich weiß – Heute!“ Und da wusste ich, dass sie mir gesagt hatte, dass es Zeit ist. Ich rief den TA an. Er kam am Nachmittag vorbei. Zu diesem Zeitpunkt lag sie in ihrem Korb. Sie war mittags nochmal im Garten, beim Reinkommen knickte sie mit den Beinen weg. Danach ging sie ihn ihren Korb, den sie lebend nicht mehr verließ. Sie lag die ganze Zeit im Korb und hechelte stark. Es war zudem noch ein sehr heißer Tag, es war Mai. Ich saß neben ihr und gab ihr immer wieder Wasser. Sie wusste dass es zu Ende geht und es schien, als warte sie auf die Erlösung.

Dann kam der Tierarzt. Ich nahm Mona in den Arm und er setzte ihr die Spritze. Sie schlief sofort ein. Sie lag so ruhig und so entspannt, dass ich ihn fragte, ob sie wirklich gestorben sei oder nur schliefe. Er horchte sie sicherheitshalber nochmal ab, aber sie war wirklich gestorben. Als sie da so lag, so entspannt und so ruhig, das strahlte sie einen fast unheimlichen Frieden aus.

Und genau dieser Frieden half mir dabei, mit ihrem Tod zurecht zu kommen. Ich wusste, dass es ihr jetzt gut ging, dass sie keine Schmerzen mehr hatte. Ich werde dieses Gefühl nie wieder vergessen.

Der TA half mir dann noch, sie zum Grab zu tragen – zugeschaufelt habe ich es selbst. Mir sagte jemand, das ich das selbst tun müsse.  Es hat mir fast das Herz gebrochen, die Erde auf sie zu schaufeln. Aber ein paar Tage später pflanzte ich auf ihrem Grab einen Rosenstock – die einzige Pflanze, die jemals selbst gepflanzt habe. Und sie gedieht prächtig. Jedes Jahr blühte sie und wenn ich mir die Rosenblüten anschaue, hatte ich das Gefühl, sie zwinkert mir zu.

Leider sind wir vor einigen Jahren dort weggezogen. Ich hatte überlegt, den Rosenstrauch mitzunehmen, aber ich hatte Angst, dass er es nicht übersteht. Also ließ ich ihn dort. Ich wusste allerdings nicht, dass die Leute, die nun dort wohnen, den Garten umgestalten. Und damit ist der Rosenstrauch leider weg. Und mir bleibt die Erinnerung.

2 Kommentare zu “Mona

  1. Susanne THOMAS

    **schnief**

    Eure Geschichte ist schön, traurig und doch wieder schön – denn die Erinnerungen kann Dir niemand nehmen!

    Im Herzen haben wir unsere Lieblinge immer bei uns!

    Liebe Grüße

    Susanne

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