Pfotenmania

Casimirs Geschichte

Als wir noch auf dem Dorf wohnten, mussten wir von unserer Straße aus die Bundesstraße überqueren und waren von dort direkt im Feld.

Dort kam am Anfang des Weges ein Privathaus und im Anschluss ein Pferdestall und daneben eine Koppel. Dort lebe auch ein Hund. Irgendwann im July/August 2006 sahen wir dann Babykatzen am Stall rumhüpfen.

Oft wenn ich dort lang ging, sah ich öfter, wie eine der Katzen, eine rote bei Leuten auf dem Arm war und dachte, dass sie wohl vermittelt werden.

Am 29. September, ein Freitag, verlief dann unser Nachmittag anders als geplant, so dass wir erst am frühen Abend mit den Hunden ins Feld kamen. Als wir zurück kamen hockte vor dem Stall eine rote Katze.

Wir blieben stehen und schauten, die Katze schaute zurück. Sie schien keine Angst zu haben. Im Nachhinein sagte ich immer, natürlich war es Casimir, der saß da mit Rucksack auf dem Rücken und Daumen raus, der wollte zu uns *g*.

Dieter nahm ihn auf den Arm und er schnurrte wie verrückt. Er schien nicht zu den Stallkatzen zu gehören, denn die waren grösser, auch wenn wir gerade keine sahen. Auch sonst gab es weit und breit nichts, wo so eine Handvoll Katze hingehören könnte.

Dieter fragte dann, ob wir  ihn mitnehmen sollten. Ich stand da und schaute wie Dieter die kleine Katze auf dem Arm hatte und mir schoss durch den Kopf „der sieht aus wie Casimir“. Da Robbie und Sina (Robbie lebte da noch und Nikan lebte noch in Spanien) komplett auf mich fixiert waren, dachte ich, dass es auch schön wäre, wenn wir ein Tier hätten, was auf Dieter fixiert ist. Weil ich zu ner Katze ja sowieso keine große Beziehung kriegen werden, schliesslich war ich nie Katzenfan.

Wir nahmen ihn also mit.

Zu Hause lernte der Kleine dann die Hunde kennen.

Robbie, der als Welpe damals zu großen Katzen kam, ging sofort weg, gelernt ist gelernt.
Sina hingeben starrte den Kleinen vollkommen paralysiert an. Sina kannte allerdings Katzen aus der früheren Tagespflegestelle und wusste schon, dass man die nicht fressen darf.  😉

Nun gut, Casimir wurde dann von Sina mit einer Pfote runtergedrückt und dann von oben bis unten abgeschleckt. Aber damit war dann die Freundschaft besiegelt. Sina nahm Casimir ins Rudel auf.

Dies stellten wir ganz besonders einmal bei einem Tierarztbesuch fest. Sina hat da normalerweise Panik und liegt unter dem Stuhl. So auch an jenem Tag. Dann wurde Casimir behandelt und er schrie. Sina schoss unter dem Stuhl hevor, vergaß ihre Ängste und drohte dem Tierarzt.

Zurück zum Einzug: Nach dem Kennenlernen fuhr Dieter noch schnell in den Supermarkt um das Nötigste zu kaufen. Casimir benutzte übrigens sofort seine Toilette, was uns dann sicher mache, dass dieser Kleine da einfach hingesetzt wurde. Ich wollte die Stallbesitzerin aber auf jeden Fall fragen, doch dann sah ich am nächsten Tag die schwarze Katze und auch die rote Katze dort rumlaufen, wie gesagt, auch grösser als Casimir.

Dann kam die Nacht und ich fragte mich, wohin mit so einem kleinen Kater. Der Einfachheit halber legte ich ihn neben mein Kopfkissen, dort blieb er liegen. Übrigens liegt er bis heute dort oft und gerne, aber nur wenn es dunkel ist.

Tja, Casimir wurde mein Herztier, er lernte auf seinen Namen zu hören und er war irgendwann auch dort, wo ich war. 🙂

Und so Stück für Stück entdeckte er die Welt


Doch natürlich entdeckte er die Hundeklappe, die er anfangs nicht aufbekam. Was ideal war, denn wir konnten ihn dann im Dezember kastrieren, kurz darauf fing er an, raus zu gehen.

Als er das erste Mal länger wegblieb, geriet ich etwas in Panik und lief mitten in der Nacht mit den Hunden draussen rum, um ihn zu suchen…

Aber ich lernte dann damit umzugehen, musste ich ja. Glücklicherweise kann ich ihn heute gehen lassen, obwohl ich mir immer bewusst bin, dass es sein kann, dass er nicht nach Hause kommt. Aber ich möchte jedem unserer Tiere ein Maximum an Lebensqualität geben.

Wobei mir so manches Mal das Herz stehen bleibt:



Eine Woche nach Casis Einzug war unsere erste Fahrt mit dem Womo geplant und so nahmen wir ihn einfach mit. Wir machten uns nicht schlau, ob wir was beachten müssen, wir packten ihn einfach ein – und es klappte hervorragend. Casimir zeigte sehr viel Interesse an allem, was im Wohnmobil so passiert


 

Er hat keinen Freigang, wenn wir auf Reisen sind, allenfalls an der langen Leine. Wollte er anfangs noch raus, ist ihm mittlerweile mit Menschen wohl draussen etwas Negatives widerfahren, denn wenn er mal raus geht und hört jemanden, möche er sofort wieder rein.

Er turnt dann halt nachts durchs Wohnmobil, hat 3 Fenster, wo die Jalousien offen sein müssen und dann wechselt er die Plätze.

Ja ich gestehe, er hat mich längst im Griff. Aber wenn er mich sieht und mich so begrüsst, dann schmelze ich jedes Mal dahin

Zu seiner Geschichte fand ich auch noch etwas heraus:Etwas ein Jahr später unterhielt ich mich mit der Stallbesitzerin. Und es stellte sich heraus, dass er ein Halbbruder der anderen Katzen ist.  Er kam von einer Frau, die viele Katzen in der Wohnung hält und die Welpen annonciert.  Die Stallbesitzerin hatte die Katzen wegen der Mäuse im Stall angeschafft.  Es war noch ein roter Kater mit dabei und eben die schwarze Katze.  Aber ich hatte vorher immer nur eine rote Katze gesehen…

Die Stallbesitzer hatten Casimir wohl im Feld gesucht, als er weg war, was mir dann natürlich total leid getan haat. Aber sie waren froh, dass er es gut getroffen hat. Sie kannten uns schon eine Weile und wussten, dass er es bei uns gut hat.

Mittlerweile ist er schon eine Weile hier. Er musste 2 weitere Hunde in sein Rudel aufnehmen, was nicht immer einfach war. Aber gerade Nikan und er haben eines gemeinsam, die Jagd nach Mäusen. Und es gab so manche Geschichte, wo ich des Nachts auf der Küchenanrichte saß, während Casimir mit Nikan die mitgebrachte Maus durchs Zimmer jagte, selbst SIna macht da auf ihre alten Tage noch mit.

Sein schlimmstes Geschenk war eine Ratte, die er mir ins Bett legte – tot – mein Geschrei hat man wahrscheinlich bis München gehört…

Er ist ein kräftiger Bursche geworden, hat eine Schulterhöhe von 30 cm und wiegt 7 kg.

Weitere Fotos von ihm gibt es in seinem Album.