Pfotenmania

Nikans Geschichte

Nikan wurde im Frühsommer 2007 zusammen mit seinem Bruder in einem Hundeforum gezeigt.

Und ich war sofort hin und weg von ihm.  Wir überlegten dann lange, ob wir ih nehmen sollten, etwas zu lange, denn er war dann reserviert. Wir wurden gefragt, ob wir seinen Bruder in Pflege nehmen würden, denn beide Hunde lebte in Spanien in einer deutschen Pflegefamilie und diese wollte die Hunde gemeinsam nach Deutschland bringen.

Während wir überlegten, hatte die Famlie, die Nikan wollte, es sich anders überlegt und Nikan war wieder zu haben. Diesmal entschieden wir uns für ihn. Kurzfristig wären wir fast wieder abgesprungen, denn an sagte uns, dass Nikan kein Auto fahren kann, wir aber durch unser Wohnmobil viel auf Reisen sind. Wir beschlossen, dass Problem dann in Angriff zu nehmen. Und die Pflegefamilie übte auch mit ihm.

Nikan wurde im April 2007 geboren. Seine Mutter war eine freilebende sehr scheue Podenca, die aufs Grundstück der deutschen Familie ging und dort ihre Welpen zur Welt brachte. Sie kümmerte sich ca. 4 Wochen um die Hunde, ernährte sie auch mit frisch erlegten Kaninchen und nach 4 Wochen verschwand sie wieder.  Die Leute kamen nicht an sie ran, sie war das Jahr zuvor schon dort gewesen und hatte damals 3 Hunde geboren, 2 Mädels, die in Deutschland leben und einen Rüden, der aber hinter ihr herlief und mit ihr zog.

Im April 2007 waren es dann nur 2 Hunde. Sie wurden auf die Namen Johann und Göthe getauft (von der Dame, die für die Vermittlung zuständig war), aber die Pflegemama nannte sie Beni (Nikan) und Sam. Nikan ist der rechts auf dem Foto:

Übrigens kamen sie aus Alicante und für die Vermittlung war von Spanien aus Frau Gonzales die Organisatorin, über sie war auch Sina nach Deutschland gekommen. Na wenn das kein gutes Zeichen ist.

Nikan sollte am 2. Oktober in Karlsruhe ankommen. Das Timing war ideal. Der 2. Oktober war ein Dienstag, der 3. ein Feiertag, am 4. mussten wir das Wohnmobil nach Köln bringen, am 5. den LKW holen und hoffen, dass die Küche fertig wird und am 6. umziehen. Wir hatten ca. die Hälfte des Hauses gepackt, aber wir waren sich, das klappt.

Wir trafen uns auf einem Parkplatz ein paar Kilometer von der Autobahn entfernt. Wir gingen erstmal Gassi, dann sprang Nikan wieder ins Auto, er war total platt.

Es half nichts, er musste umsteigen. Wir legten ihn in den Kombi, verabschiedten uns von der Pflegemama und fuhren los. Wir waren gerade auf der Autobahn, da krabbelte Nikan über die Abdeckung auf die Rücksitzbank. Wir fuhren rechts ran, ich setzte mich nach hinten und er kuschelte sich an mich und so fuhren wir bis nach Hause.

Dort angekommen, ging Dieter mit ihm in den Garten und ich liess erst Sina und dann Robbie raus, damit er sie kennen lernen konnte.

Nikan war erschrocken, unsicher und absolut glücklich, als er was Kleines durch den Garten flitzen sah – Casimir, er schoss sofort hinterher. Leider dauerte das auch im Haus an, so dass er dort an der Leine blieb.

Unser Umzugsstress störte ihn herzlich wenig, er machte es sich direkt mal bequem

Nikan stellte sich insgesamt als sehr anstrengend heraus. Der nicht vorhandene Jagdtrieb war bestens ausgeprägt, Casimir war ein beliebtes Objekt und draussen zog er an der Leine wie irre.

Dazu unsere Hektik mit Packen und Hin-und Herfahren. Autofahren war für ihn ganz schrecklich, er speichelte und kübelte, aber da musste er durch.

Wir überstanden den Umzug und im neuen Haus sortierte das Rudel sich neu und auch das Jagen des Katers wurde weniger. Dafür stand uns neue Hektik ins Haus, denn Sina wurde krank, sehr kran, sie war eine Woche Tag und Nacht am Tropf und schaffte es gerade so.

Das war natürlich nicht ideal für Nikans Einleben bei uns.

Nachdem Sina gesund war, richeten wir unser Leben hier ein.  Nikan war typisch Podenco. Drinnen die Ruhe selbst, draussen zog er wie verrückt und Köln ist kaninchenreich.

Wir übten mit ihm an der Schleppleine und es wurde besser. Wir waren am Rhein und liessen ihn schleppen, da rannte er auf einmal einen Stacheldrahtzaun entlang, ich dache noch „das schafft er nicht“ doch kaum ausgedacht hüpfe er elegant drüber, 15 Meter Schleppleine hinterher und dann hörte ich das Kaninchen schreien. Weil ich das nie wieder hören wollte, blieb er fortan an der Leine.

Ich kaufte eine Reizangel und beschäftigte ihn damit im Garten, so dass er hetzen und rennen konnte was bei seinen Gassigängen in der Form nicht ging.

Wir kauften Liegefahrräder in Form von Trikes und übten mit ihm, am Rad zu laufen was klappte. Er liebt ds über alles, kann er da doch endlich rennen, rennen, rennen. Da wir mit den Rädern nicht umkippen können, weil Nikan aufgrund eines Hasen einen Rechtsschlenker macht, können wir damit auch schneller fahren.

Sina fand Nikan übrigens ganz toll und sie spielte und rannte ständig mit ihm, während sie Robbie links liegen liess. Nikan fing zudem an Robbie zu dominieren und Robbie litt teilweise sehr darunter.  Er suchte eigentlich immer die Nähe zu Nikan, aber Nikan hatte nur im Kopf „Alles meins“, es sei denn, es war Sinas. Die respektierte er und liess sie ihn Ruhe, bzw. sie spielte ja ständig mit ihm.

Ich fuhr mit Nikan dann in Podenco Ausläufe, wo er rennen konnte. Doch er hatte nur eines im Sinn: Er suchte sich den nächstbesten kastrierten Rüden und bestieg ihn, stellte dabei fest dass sich das toll anfühlt und hatte fortan die gesamte Zeit im Auslauf nur das Eine im Sinn.

Da er zunehmend auch Robbie gegenüber dominant wurde, dachten wir über eine Kastration nach. Doch konnten wir sicher sein, dass es was bringt? Unser Tierarzt schlug uns dann den Kastrationschip vor und entschieden uns, es auszuprobieren. Mit diesem Chip ist der Rüde ca. 6 Monate lang chemisch kastriert, danach kommt alles zurück.

Die Erstwirkung ist allerdings etwas schwieriger, denn zunächst einmal schiessen die Hormone hoch. Es waren keine einfache Wochen, aber wir überstanden sie.
Dann setzte die Wirkung ein und Nikan war ein anderer Hund. Er konnte im Auslauf wieder rennen und buddeln und er liess Robbie meistens in Ruhe.

Nachdem die Wirkung wieder einsetzte, zögerten wir noch, aber dann setzte sie vollends ein und wir beschlossen, Nikan kastrieren zu lassen.

Nikan, der immer ein wenig stolz und eingebildet da her kam und von mir deshalb den Beinamen „Nikan der Göttliche“ bekam fühlte sich nach der Kastration so gar nicht mehr göttlich, er hasst grundsätzlich alles, was an seinen Körper kommt.

Und so war es für ihn eine echt Strafe, dass er was tragen musste. Aber er überstand auch das und war schnell wieder der Alte. Nicht ganz, denn er war sogar noch ruhiger, als von dem Chip, jedenfalls war die Aufreiterei fast Vergangenheit. Es kommt noch vor, gelegentlich, aber nicht oft.

Ansonsten veränderte sich nicht all zu viel.  Aber er wurde älter und reifer. Nach wie vor arbeitete ich mit ihm mit der Reizangel und damit gelang es mir dann, dass er SITZ verinnerlichte.  Denn draussen ist er nach wie vor in seiner kleinen Jägerwelt und es interessiert ihn nichts ausser Kaninchen.

Rufe ich SITZ, setzt er sich – wie ein Roboter, geistig weit weg. Ich habe alles probiert, aber es interessiert ihn einfach nicht.

Wir waren mit ihm in Bremen, gingen durch so eine Art Schrebergartensiedlung. Tolles Wetter, viele Menschen unterwegs, Nikan an einer normalen 1,5 Meter Leine. Auf einmal – kurzer Kopfruch nach rechts unter den kleinen Zaun und mit Kaninchen in der Schnauze tauchte er wieder auf. Quasi im Vorbeigehen.

Dann fing Nikan an sich zu verändern. Anfangs dachte ich, er käme nicht damit klar, dass Asko dazu gekomen ist. Aber dann reflektierte ich und mir wurde bewusst, dass Einiges zusammen gekommen ist.

Im August 2011 mussten wir Robbie einschläfern. Es sah immer so aus, als wenn Robbie der Schwächere ist, obwohl ich so manches Mal dachte, dass ich mich da durchaus irren könnte. Sina und Nikan durften sich von Robbie verabschieden. Während Sina einmal schnüffelte, akzeptiere und ging, rannte Nikan immer wieder hin und stubste Robbie an, als wolle er ihm sagen, er soll doch aufstehen. Ich denke so manches Mal, dass Robbie ihm möglicherweise doch Einiges an Sicherheit gegeben hat, ohne dass wir es merkten.

Einen Monat nach Robbies Tod, brachen sie in Frankreich in unser Wohnmobil ein, als die Hunde drin waren. Sina verkrümmelte sich sofort, aber Nikan scheint versucht zu haben, das Wohnmobil zu verteidigen. Wir wissen nicht, was passiert ist, aber er kam 3 Nächte lang nachts ans Bett und wollte rein, was er nie vorher und seither auch nicht mehr machte.

Wenn Besucher unser Grundstück durch den Garten betreten, flippt er aus. Er wird hektisch, wenn sich Menschen schnell bewegen, er ist insgesamt anders geworden.Wieder 2 Monate zog Asko ein und logischerweise lag die gesamte Konzentration anfangs auf ihm. Nikan, der Dieter vergöttert, fühlte sich oft zurückgesetzt und fing an brummelig zu werden.Sina war zudem durch ihr Alter nicht mehr konstant souverän, vielleicht wollte sie die Rudelfolge auch an Nikan abgeben, aber dieser war damit total überfordert.

Er wurde nervös beim Fressen, so dass er nun alleine frisst. Kommt Asko an den Napf, geht Nikan. Gleichermassen wird Asko in anderen Situationen gemaßregelt und oftmals verhält er sich Nikan gegenüber sehr unterwürfig. Es ist kein klares Muster zu erkennen.Letztendlich blieb Nikan so wie er jetzt ist. Auch nachdem Sina gegangen war. Er findet Asko eher lästig. Er hat sich mehr Dieter angeschlossen. Aber er ist etwas mimosenhaft geblieben.

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