Pfotenmania

Milzdrehung

Wir hatten dann 2 Jahre Ruhe.  Dann eines Nachts wurde sie sehr unruhig. Sie hechelte stark. Da das bei ihr aber auch aufgrund von Stress oft vorkommt, maß ich dem noch keine zu starke Bedeutung bei.
Sie kam dann auch in mein Bett, war total unruhig, legte sich hin und wieder zurück, sprang dann wieder raus, kratze am Boden rum.

Ich war immer noch ruhig, wir waren am Abend zum Essen aus, da kommt es schon mal vor, dass sie dann unruhiger ist. Also rief ich sie wieder in mein Bett und kraulte ihr den Bauch, wobei sie endlich entspannte. Doch kurz danach sprang sie auf und wollte raus, fraß dann Gras. Mir fiel ein, dass sie die Nacht vorher auch schon mal gekübelt hatte.

Ich rief sie dann wieder rein und tastete ihren Bauch ab, der war zwar etwas hart, aber nicht aufgebläht. Also wieder mit ihr ins Bett und den Bauch kraulen, in welchem es laut grummelte. Sie entspannte wieder, sprang dann wieder auf.

Dann fing sie an zu grunzen. Dann wollte sie wieder raus und diesmal blieb sie im Garten und grub sich ins Beet ein. Ich ging zu ihr hin, überall ausgekotztes Gras und dunkler breiiger Kot.  Also auf zum Tierarzt.

Er hörte sie ab, die Herzfrequenz war ihm zu hoch. Er tastete sie ab, der Bauch gefiel ihm gar nicht. Sie wurde geröntgt und dann sollte ich in den Ultraschallraum. Und er kam und sagte, das gefalle ihm gar nicht, sie habe eine total aufgequollene Milz. Das könnten entweder Tumore sein oder eine Milzdrehung. Letzteres ist wie eine Magendrehung, verläuft nur langsamer.

Ultraschall ergab, dass es keine typischen Milztumore waren, aber er entschied, dass sie sofort operiert wird. Sie bekam eine Rückenmarknarkose, weil damit der Schmerz ausgeschaltet wird und er die restliche Narkose damit flacher halten kann. Er sagte dann noch, dass er schon etwas unruhig sei, wegen dieser OP.

Eine Milzdrehung belastet den Kreislauf ähnlich wie eine Magendrehung und dementsprechend ist das Narkoserisiko höher.

Der Tierarzt sagte dann, ich solle warten, falls Entscheidungen zu treffen seien. Ich saß draussen auf der Bank, es war Juni, die Sonne schien und ich zitterte.  Als er nach 10 Minuten noch nicht wieder da war, wuchs meine Zuversicht.

Ich hatte Sina vorher noch gesagt, dass sie stark ist und es schaffen muss, weil wir sie alle noch brauchen. Und auf einmal hatte ich ein gutes Gefühl, dass sie es packt.
Dann kam der Tierarzt. Er hatte die Milz entfernt und vorsichtshalber eingeschickt um herauszufinden, ob doch Tumore die Ursache sein können. Die Tendenz war zwar so, dass das eher nicht der Fall ist, aber sicher ist sicher. Betroffen von so etwas seien meist die großen Rassen wie Doggen oder Hovawart.  Möglicherweise habe sich die Milz aber nur vom Toben gedreht, der Auslöser ist nicht bekannt.

Während der Arzt mit mir sprach, bekam Sina nur noch Sauerstoff und er wollte sie ganz langsam aufwachen lassen, da sie durch die Rückenmarksnarkose erst 2 Stunden später  hochkommt, sonst wäre sie in Stress gekommen.

Zwei Stunden später holte ich sie ab. Sie war natürlich noch sehr wacklig.

Am Folgetag war sie immer noch schlapp. Fressen wollte sie nicht, sollte sie auch nicht, nur so wenig wie möglich. Stattdessen sollte sie beim TA Elektrolythe bekommen, so viel dass sie satt ist. Hintergrund war, dass er den Magen-Darm-Trakt zu diesem Zeitpunkt so wenig wie möglich belasten wollte.

Sie bekam 3 Infusionen, danach war sie platt, aber wieder etwas wacher vom Blick her. Sie durfte ein wenig Diätfutter fressen wollte dies auch und behielt es in sich.

Aber sie trank immer noch wie verrückt, musste entsprechend viel raus.

Am Folgetag war sie wieder müde, wollte nichts fressen. Sie bekam dann in der Praxis Blut abgenommen und Fieber gemessen. Sie hatte 39,1 Temperatur. Sie kam wieder an den Tropf.
Die Blutwerte waren hingegen katastrophal.  Leukozyten massiv erhöht – über 120.000 und die Nierenwerte waren auch nicht ok.

Soweit ich es in Erinnerung habe, kommt das von der Drehung. Zuerst dreht sich die Milz, dann sterben Zellen ab  usw. Jedenfalls musste sie die nächsten Tage weiter an den Tropf.

3 Tage später wiederholten wir das Blutbild. Die Werte waren unverändert schlecht, aber Sina ging es trotzdem erheblich besser. Der Arzt meinte, dass wir den Blutwerten eventuell vorauseilen  „wir therapieren ja den kranken Hund und nicht die Blutwerte“.

Sie bekam weiter Infusionen und nach 3 Tagen nahmen wir noch mal Blut. Der Harnstoff wurde direkt in der Praxis untersucht und war schon mal besser.

Sinas Zustand war sehr wechselhaft. Mal fit, mal matt, mal Hunger, mal keinen Hunger, mal Fieber, mal nur Temperatur.

Am Abend bekam ich dann die verschiedenen Ergebnisse. Eine gute Nachricht war auch dabei, die Milz war tumorfrei, das war also nicht die Ursache.  Die schlechte Nachricht waren die immer noch schlechten Nierenwerte, der Krea war immer noch schlecht.

Sie sollte noch mal 2 Tage lang je eine Flasche Infusion bekommen. Sollte sie weiter gut fressen,  sollte sie eine paar Tage pausieren. Ausserdem bekam sie ACE Hemmer, damit die Blutgefässe sich weiten.

 

 

 

 

Erst einmal ging es weiter mit ihr bergauf. Sie konnte den Urin in der Nacht wieder halten. Sie hatte kein Fieber mehr. Sie bekam weiter Antibiotika und ich die Information, dass das mit den Nieren möglicherweise eine chronische Geschichte wird.  Sicherheitshalber wurde sie auch noch mal auf Borreliose untersucht.

Es gab auch ein Erlebnis, das zeigte, wie sehr ein Hund sich gewöhnt. Sie bekam ihre Flasche Infusion und war danach ja fertig. Sie ging dann raus. Da es noch frisch war, riefen wir nach einiger Zeit wieder rein. Da lief sie in ihren Korb, legte sich dort rein und schaute uns mit einem „ok mach schon Blick“ an – sie wartete schon auf den Tropf.

Auch draussen lief es besser, sie konnte Gassi gehen, sie hatte Spass, sie war munterer.

Tags drauf ging es wieder zum Blutabnehmen, Urin wurde auch abgegeben. Abend kamen die Ergebnisse, die Borreliose Ergebnisse waren auch da.

Sina hat immer einen leichten IGG Titer, was für eine ältere Borreliose steht, sie hatte aber auch einen 3fach erhöhten IGM Titer, der eigentlich eine frische Borreliose bedeutet. Aber mit dem Urin wurde zum Einen die Konzentration getestet, zum Anderen aber auch die Menge der Proteine, die von der Niere ausgeschüttet werden. Dieser Wert war normal. Bei einer frischen Borreliose hätte dieser aber erhöht sein müssen.

Der Arzt überlegte, das Antibiotika zu wechseln um sicher zu sein. Aber als er dann hörte, dass Sina erheblich besser drauf ist, sagte er, dann könnte eine Borreliose nicht das Problem sein, denn mit dem AB was sie bekam, wurde diese nicht abgedeckt. Außerdem hatte Sina im Vorjahr zwei Wetersnblots, die jeweils grenzwertige Borreliose Werte zeigten, die sich nicht veränderten, während das normale Blutbild normal war.

Die Leukozyten waren immer noch hoch, also galt es weiter Antibiotika zu nehmen, die Urin Konzentration war noch nicht gut genug und der Harnstoff Wert auch nicht, so dass Sina doch noch weiterhin jeden Tag eine Flasche Infusion bekommen sollte.

Und Nierendiätfutter bekam sie nun auch. Die Inhaltsstoffe waren mir erst einmal suspekt, aber nachdem Sina das dann einige Wochen fraß, hörten viele Probleme wie Fellprobleme auf.

Der Samstag verlief gut. Sina ging es immer besser. Sie mäkelte zwar noch mit dem Futter, aber sie hatte wieder Lebensfreude.  Sonntags hatten wir Mühe, die Infusion in sie rein zu bekommen, denn die Braunüle lag nicht mehr gut. Wir liessen sie anschliessend vom Tierarzt ziehen.

Die nächsten Tage ging es aufwärts. Wir gingen wieder arbeiten und die Ruhe am Tag tat ihr gut. Keiner, der sie mit Infusionen und Tierarztbesuchen nervte. Was noch nicht gut klappte war das Fressen. Sie mäkelte immer noch viel.

Mittwochs war dann wieder Kontrolltermin. Und sie hatte endlich erheblich weniger Eiweisse im Urin. Der Wert sollte eigentlich Null sein, aber er war schon besser als zuvor.  Von jetzt an ging es aufwärts. Die Blutwerte verbesserten sich auch, der Krea pendelte sich bei 2,1 ein, was etwas erhöht ist.

Wir fuhren dann in Urlaub mit Erlaubnis des Tierarztes und das war für Sina die Wende. Unbeschwertheit, andere Umgebung, Ball spielen, Enten gucken. Sie erbrach auch dort noch öfter ihr Futter und man merkte ihr an, was sie hinter sich hatte. Und doch sage ich heute, dass dies die Wende war.

Ihre Werte blieben insgesamt stabil, zuletzt hatte sie mal einen sensationell guten Krea, aber trotz aber sie gilt als nierenkrank und wird auch entsprechend e

Schreibe einen Kommentar