Pfotenmania

Diät wider Willen

Heute ist es passiert. Sie hat unser Futter vergessen. Wir saßen brav auf unseren Plätzen und haben gewartet und was macht sie? Nichts. Guckt weg.

Und dann fuhr sie Arbeiten ohne dass wir ein Leckerlie kriegten. Selbst Nikan, der sonst immer überredet werden muss, rein zu kommen, hat gehofft, dass noch was kommt und blieb drin. Aber Nein. Nichts.

Kaum war sie weg, meckerte Nikan mit mir rum: „Das bist Du schuld!“
„Iiiiich?????“ wie kommt er denn da drauf?
„Du wolltest heute Nacht 3 x raus.“
„Ja aber ich mußte!“
„Ja aber das strafen sie ab. Menschen Schlaf rauben geht gar nicht.“
„Aber der Rote macht das auch doch ständig.“
„Das ist was Anderes, das ist ne Katze“ schnappte Nikan und verzog sich nach draussen. Denn heute hatten wir direkt Zugang zum Garten.

Ich ging in meinen Korb und schmollte. Ich hatte doch so Bauchweh heute Nacht, ich habe das doch nicht extra gemacht. Doch was ist das? Knusper. Schmatz. Kau. Knusper. Der Rote hatte doch tatsächlich Futter in seinem Zimmer? Aber da ist ja das doofe Gitter. Da komm ich nicht rein. Mit hungrigem Magen schlafe ich ein. Und träume. Von Fleischknochen.

Etwas später am Tag kommt Herrchen. Kein Leckerchen. Der jetzt auch? Sind die bekloppt?
„Bleib locker“, sagt Nikan. „Die lassen Dich nicht ganz verhungern“. Naja der muss es ja wissen,er ist ja schon älter. Erst mal ne große Runde Gassi. Wieder zurück stürmen wir rein.
Leckerchen! Sie ist auch da. Steht am Herd und kocht. „Ich mache Möhrensuppe“ sagt sie zu Herrchen. Und „hier ist eine Möhre für die Hunde“. Eine Möhre? Hallo?
„Möhren, wie ekelig“ sagt Nikan, aber eh ich sie fresse, frißt er sie selbst.

„Wie haben sie denn getopft?“ fragt Indy? „Nikan normal“ – „warum muss ich dann hungern?“ seufzt er – „und Asko gar nicht“. „Eben, alles wieder gut bei mir. Gib Futter Frau“.
„Ihr müsst noch ein Stündchen warten“, flötet sie. „Aber Ihr habt Glück, ich habe Euch noch was Hähnchenbrust mitgebracht“. Die ist sogar schon gekocht, ich rieche das. Doch dann – „KREISCH – der Kater frisst mein Futter“ – da schmatzt der sich doch die Hähnchenbrust in sich rein. Nikan guckt schon wie ein angeschossenes Reh. Und ich bin verwirrt. Kein Wunder. Keine Nahrung, Kopf leer. Eine Stunde. Wie lange ist das? Der Magen sagt ist Futterzeit. Warum macht Herrchen nix? Sie guckt mitleidig. Und gibt uns ein wenig Huhn zum Naschen. Göttlich. Manna. Der Rote kriegt natürlich auch wieder was. Im nächsten Leben werde ich Katze.

Sie geht aus dem Raum. Nikan in seiner Not, er hält es nicht mehr aus. Springt hoch und klaut dem Roten das Futter aus dem Maul. Und was macht der. Kreischt. Prompt gibt es Mecker. Und dann geht sie auch noch hoch. Zeit vergeht, ich werde ganz schwach. Dann klingelt was. „Ah“ sagt sie, „gleich ist Euer Futter fertig“. Es geht wieder in die Küche. Wir mobilisieren nochmal all unsere Kräfte. Doch dann: „So, jetzt muss ich das nochmal mit Wasser aufkochen“ und schon schmeißt sie wieder den Topf auf den Herd. Und dann murmelt sie auch noch „dass das ja eh albern ist, man könnte das doch auch so geben“

JAAAAA könnte man… aber nein sie hält sich an die Anleitung. Doch dann. Fertig. Endlich. Die Möhrenpampe in die Näpfe. Fleisch dazu. Aber nun ist es zu heiss. Und sie murmelt „ja hätte ich ja eigentlich auch direkt mit kaltem Wasser machen können“ .Ja, hättest Du. Garantiert. Aber Du könntest doch jetzt? Sie erhört mich und packt kaltes Wasser mit rein. Rührt gut um. Fühlt. Rührt. Fühlt. Kaltes Wasser. Fühlt. Rührt. „Es müsste jetzt gut sein“ – ich mache mich schon parat, da nimmt sie den Löffel und probiert. Und grinst uns an und sagt „so komme ich auch mal in den Genuß aus Eurem Napf zu essen“. Ich falle fast in Ohnmacht.

Aber es ist für gut befunden. Sie nimmt die Näpfe und geht zu unseren Futterplätzen. Nikan geht schon auf 2 Beinen vor Erwartung. Sie stellt Nikans Napf zuerst hin wie immer, geht zu meinem Platz, guckt und sieht, dass Nikan züngelt. „Doch noch zu heiss“ sagt sie, dreht sich um und nimmt Nikans Napf wieder hoch. „Memme“ zische ich. Jetzt wird das Ganze nochmal durch ein Sieb gekühlt und dann geht es zum nächsten Versuch, das Futter hinzustellen. Sie stellt Nikans Napf hin, ich mache mich da direkt mal mit dran, besser als nix, aber nein, darf ich nicht. Doch es funktioniert, Nikan frisst. Yeah. Nun geht es zu meinem Platz, Napf hin und dann Fressen. Endlich. Nie hätten wir gedacht, dass wir Möhrensuppe so lecker finden könnten. Lag bestimmt am Huhn da drin.