Der Frühling erwacht und das bedeutet auch, dass Casimir wieder mehr das Haus verlässt. Leider bedeutet es aber auch, dass die Mäuse wieder aktiver sind.
Es fing harmlos an. Ich wurde morgens wach und hörte ihm mit etwas spielen. Natürlich eine Maus, die aber schon nicht mehr lebte und Dieter entsorgte sie dann.
Am folgenden Morgen sitze ich beim Frühstück und höre im Hintergrund den roten Puma die Treppe hochkommen. Ich registriere, dass er dann wohl eine Beute dabei hat, denn normalerweise lässt er sich morgens vom Personal die Tür öffnen, also von mir, und nimmt nicht den Umweg über den Keller.
Als ich nachschauen möchte, kommt er in die Küche, sucht seinen Napf und schaufelt das Futter in sich hinein.
„Glück gehabt“, denke ich noch, als er wieder ins Schlafzimmer geht und ich ihn spielen höre.
Schweren Herzens stehe ich auf, Casimir sitzt unter dem Bett und dann stürzt er raus in den kleinen Flur und nimmt vor dem Besenschrank Stellung.
Gefahr leicht gebannt, wenigstens ist die Maus nicht hinter dem Kleiderschrank. Schnell werfe ich alle anderen Türen zu, hole Nikan hinzu, weil wenn Casimir eines nicht kann, dann ist das Mäuse fangen. Naja jedenfalls nicht so gut.
Nikan geht mit ihm in Position und er kennt da nicht, da wird er auch schon mal grantig, wenn es um die Maus geht. Casimir zieht sich zurück. Ich räume alles weg, ziehe den Schrank nach vorne und zack hat NIkan die Maus. Er beisst sie dann normalerweise sofort kaputt, diesmal aber nicht richtig, denn die Maus lebt noch und hebt das Köpfchen, um zu sehen, wer sie da ins Jenseits befördert. Es tut mir richtig leid um die Maus, aber nun ist es zu spät und ich habe richtige Angst vor Mäusen. Nikan nimmt sie nochmal auf und befördert sie nun endgültig ins Jenseits.
Als ich am Nachmittag nach Hause komme, höre ich auf einmal wieder Herrn Casimir durchs Schlafzimmer toben und dann nimmt er Stellung vor dem Kleiderschrank. Mit der Taschenlampe leuchtet Dieter in den Spalt zwischen Wand und Schrank und sieht die Maus da sitzen.
Nun war ich eingeladen und musste weg. Wir beschlossen Nikan und Casimir eine Weile im Raum zu lassen und ich fuhr. Dieter wollte mir dann einen Zettel hinlegen ob die Maus noch lebt, wenn ich nach Hause komme.
Wieder zu Hause liegt auch ein Zettel dort und sie müsste noch dort sein. Ich gehe schauen, da ist Casimir wieder auf dem Boden und schaut unter das Bett. Hat er jetzt noch eine weitere Maus reingebracht? Oder ist die Maus aus dem Versteck gekommen? Ich hole Nikan dazu, der fixiert wieder den Kleiderschrank. Ich gehe ins Bad. Als ich wieder komme, ist Casimir unter und NIkan auf dem Bett, beide in Alarmstellung.
Ich warte ab. Auf einemal springt Nikan in die Kudde und versucht zwischen Kudde und Wand die Maus zu fangen, die dort hin und her läuft.
Dann kommt sie kurz hervor, aber die beiden reagieren nicht schnell genug und schon ist sie wieder unter dem Bett. Besser als hinter dem Kleiderschrank.
Ich warte ab was passiert und nehme den einen Vorhang um ihn was höher zu hängen, damit die Maus sich dort nicht hinter verstecken kann.
Das hatte sie wohl schon getan, aber nicht unten, sondern oben denn durch mein Gewackel am Vorhang verlor sie das Gleichgewicht und flog haarscharf an meinem Gesicht vorbei, was mir einen Schrei entlockte. Sie machte dann eine Punktlandung vor Nikans Pfoten in der Kudde und dass war dann ihre letzte Heldentat.
Diese Maus oben im Vorhang hat mir den Rest gegeben. Dazu überall Köttel im Zimmer. Dazu war ich immer noch nicht sicher, ob nicht doch noch eine Maus unter dem Bett war und die vom Kleiderschrank diejenige war, die im Vorhang war. Denn die schien mir grösser zu sein als die, die vorher an der Kudde zu sehen war.
Nikan fing dann zudem noch an aufgeregt in meinem Plümo zu schnüffeln, mir reichte es, ich verliess das Zimmer und schlief auf dem Sofa.
Heute morgen kam ich ins Schlafzimmer, liegt Casimir dort in seligem Schlaf…. – ich räumte dann später dort alles aus, sehr zu seinem Leidwesen, war doch seine Schlafenszeit, saugte und wischte alles. Er lag dann auf dem Bett und schlief und ich schickte NIkan rein, damit er kontrollieren kann, ob alles ok ist. Er schnüffelte zwar noch aufgeregt, aber deutlich weniger als gestern. Casimir beobachtete ihn genau. Nikan schnüffelte auch was länger an dem Kleiderschrank und Casimir wechselte dann seine Position und legte sich in Wachstellung. Es scheint als hält er Nikan für einen gelungenen Jäger
.
Naja von heute an darf er nachts nicht mehr in den Wohnbereich, er hat jetzt im Keller wieder seine Box – bis im Winter, da kann er wieder rein in der Nacht